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Vorschlag

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21.01.2022 Vorschlag eingereicht
21.01.2022 Zur Prüfung weitergeleitet an das Straßen- und Grünflächenamt
Termine

Zur Zeit keine Termine

Die Vorschlagsdetailseite zeigt den Inhalt und Lebenslauf eines Vorschlages. Hier kann man nachvollziehen

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  • welche Termine ihn betreffen
  • wie er umgesetzt wurde.

Rummelsburger Bucht Umwelt & Natur

Installation von drei oder vier Dreieckssegeln

Jürgen Laue
21.01.2022
2
2022-1-5

Neben der Kita Hoppetosse in Rummelsburg gibt es den neuen Spielplatz. Außerordentlich stark frequentiert, ein Glückstreffer für unseren Kiez. Doch was hier fehlt ist eine Teilverschattung gegen die intensive Sonne. Die brät an sonnigen Tagen so auf Platz und Geräte, dass dann doch etliche Eltern auf die Benutzung des Spielplatzes verzichten.

Vorschlag: Installation von drei oder vier Dreieckssegeln, die wegen des wandernden Sonnenballs unterschiedlich in ihrer Neigung/ Richtung angebracht werden. Per Stahlseilen befestigt an schräg im Boden verankerten langen Pfosten.
Die Aufenthaltsqualität auf diesem öffentlichen Platz würde damit erheblich dazugewinnen.

Antrag: Das Straßen- und Grünflächenamt möge bitte untersuchen, ob solche Lösung denkbar ist. Und falls ja, wann sie budgetiert und mit der Realisierung gerechnet werden könnte.

Umsetzungsbericht

Zuständigkeit: Straßen- und Grünflächenamt
 
Information des Fachamtes (03.05.2022):
Nachweislich ist die Sonneneinstrahlung und damit die UV-Belastung in den letzten Jahren angestiegen, der Wunsch nach sinnvollem Sonnenschutz ist damit verständlich und somit nicht von der Hand zu weisen.
 
Jedoch kann im Ergebnis der Prüfung dem Wunsch aus Sicht des Straßen- und Grünflächenamtes nicht entsprochen werden.
 
Begründung:
 
Der technische Sonnenschutz, also die Nachrüstung mit entsprechenden Ausstattungen, ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden, der i.d.R. zu Lasten der Spielmöglichkeiten auf dem Spielplatz geht. Zudem kann maximal eine Beschattung einzelner kleiner Teilflächen erreicht werden.
 
Für öffentliche Spielplätze kommen außerdem nur feste Anlagen in Frage, die geeignet und in der Lage sind, über das ganze Jahr Wind und Regen zu widerstehen. Ein stetiger An- und Abbau je nach Jahreszeit und Witterung ist nicht realisierbar. Allein die Ausführung eines Sonnensegels bedeutet 100% bis 300% Mehrkosten gegenüber Halbjahressegeln. Die Errichtung von derartigen Sonnensegeln setzt ggf. eine Baugenehmigung, mindestens aber eine statische Berechnung und eine Freigaben der Fundamentierung durch einen Fachbetrieb voraus.
 
Bei der Planung und der Errichtung von Sonnenschutz sind darüber hinaus spezielle Vorgaben zu beachten, die die Installation einer solchen Schutzvariante selten sinnvoll möglich machen.
 
Da wären u.a.:

  • Sicherheitstechnisch vorgegebene Abstände zu den Spielgeräten (auch in der Höhe!) müssen gegeben sein. (Sicherheitsbereiche der Spielgeräte, keine Bekletterbarkeit des Sonnenschutzes, keine Möglichkeit des Übersteigens von Spielgeräten oder sonstigen Ausstattungen auf den Sonnenschutz)
  • Zur Minderung von Vandalismus und Fehlnutzungen sollte der Sonnenschutz nicht regendicht, aber besonders robust (reißfest) und zumindest schwer entflammbar sein.
  • Eine Demontage und Einlagerung über die Wintermonate, wenigstens bei zu erwartenden höheren Schneelasten muss gewährleistet werden.

 
Eine natürliche Beschattung durch Bäume wäre eine gewünschte Alternative, die aber auch nicht zur vollen Zufriedenheit eingesetzt werden kann.

  • Bäume im Randbereich werfen ihren Schatten nicht dahin, wo er gewollt ist.
  • Bäume im Randbereich der Sandflächen verunreinigen durch das Abwerfen des Laubs und ggf. von Teilen der Blüten und Früchte den Sand, was wiederum zur Minderung der Fallschutzeigenschaften führt und einen Sandwechsel in kürzeren Abständen notwendig macht (hoher Kostenaufwand). Defekte an Wegeflächen durch Wurzelwachstum sind vorprogrammiert.
  • Bäume in Sandflächen haben zwar einen positiven Schattenwurf, sorgen aber dafür, dass im Wurzelbereich (bei Kronendurchmesser +2,00m) das Fallschutzmaterial nicht in geforderter Schichtdicke aufgebracht werden kann und damit die für die Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehende Fläche merklich gemindert wird.

 
Fazit:
 
Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch realisierbar. Ein Spielplatz in einer öffentlichen Anlage ist auch nicht vergleichbar mit „geschützten“ (überwachten) Spielplätzen in Kita’s, Schulen und privaten Einrichtungen.
 
In diesem Zusammenhang muss auch auf die Verantwortung der Eltern hingewiesen werden den persönlichen Sonnenschutz, in Form geeigneter Bekleidung (Sonnenhut, langärmlige dünne Kleidung) und anderer Schutzmaßnahmen (z.B. das Auftragen von Sonnenschutzmitteln), an die Wetterbedingungen anzupassen.
 
Anmerkung am Rande:
Durch die Genehmigung von Kinderbetreuungseinrichtungen ohne eigene Grünfläche (Garten) kommt es zum vermehrten Aufenthalt von Kindern bis 36 Monaten auf den Spielplätzen. Für diese Altersgruppe sind unsere öffentlichen Spielplätze nicht eingerichtet, und können sie auch nicht sein. Die erhöhten Sicherheitsansprüche können durch das Straßen- und Grünflächenamt nicht stets gewährleistet werden, auch die Beseitigung des gestiegenen Müllaufkommens, insbesondere durch benutztes Windelmaterial, ist nicht ständig und sofort zu realisieren.

 
Kommentare

Sehr bedauerliches Fazit! Der Spielplatz „die Welle“ kann in den Sommermonaten kaum genutzt werden und steht an Nachmittagen teilweise fast leer. Ich bezweifle stark, dass ein Spielplatz, der wenig bis gar nicht bei Sonne genutzt wird, den Vorgaben an Spielplätzen genügen kann und rege an, hier Möglichkeiten zu prüfen, die zumindest schattige Zonen gewähren. Mittlerweile ist nun jedem bekannt wie schädlich Sonneneinstrahlung gerade für Kinder ist. Die Planung eines Kinderspielplatzes ohne Sonnenschutz ist absolut unangemessen und geradezu widersprüchlich.

KonstanzeR
09.05.2022

Der Umsetzungsbericht des Straßen- und Grünflächenamtes erwähnt lediglich "Nichtumsetzbarkeiten" bzw. finanzielle Gründe auf diesem Spielplatz. Wie KonstanzeR schon erwähnte, wurden schon bei der Planung erhebliche Fehler gemacht, die es jetzt zu korrigieren gilt.

Zu Lasten der beschriebenen Spielmöglichkeiten geht nicht ein adäquater bauseitiger Sonnenschutz sondern die Sonneneinstrahlung, die ungehindert auf den Platz trifft. Ein "geeigneter Sonnenschutz" wie Sonnenhut oder dünne langärmelige Kleidung hilft nicht gegen 70 Grad Celsius heißen Sand und den dadurch über dem Boden entstehenden Temperaturen von ca. 50 Grad. Das ist für Kleinkinder unzumutbar.

DMGS
12.05.2022