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Vorschlag

Ereignisse
09.05.2022 Vorschlag eingereicht
10.05.2022 Zur Prüfung weitergeleitet an das Straßen- und Grünflächenamt
31.05.2022 Vorschlag an Begleitgremium geleitet
09.06.2022 Beschluss Begleitgremium: vertagt
Termine

Die Vorschlagsdetailseite zeigt den Inhalt und Lebenslauf eines Vorschlages. Hier kann man nachvollziehen

  • wann und vom wem er eingereicht wurde
  • wer ihn wie kommentiert hat
  • welche Beschlusslage er erhalten hat
  • welche Termine ihn betreffen
  • wie er umgesetzt wurde.

Rummelsburger Bucht Umwelt & Natur

Schattenlösungen Spielplatz „Die Welle“

marie.asmus
09.05.2022
1
2022-1-33

Unserem Spielplatz „Die Welle“ fehlt Schatten, das merkt man an diesen sonnigen Tagen wieder deutlich. Im Sommer kann man es ab 11 Uhr nicht auf dem Spielplatz aushalten.
Sonnenschutz bei den Kindern löst das Problem nicht, weil die Fläche komplett überhitzt und man sich im Sand regelrecht die Füße verbrennt. Es ist selbst heute am 09.05.2022 so heiß, dass man es nur in dem spärlichen Schatten aushält. Im Sommer kann hier und das ist nicht übertrieben, niemand spielen. Da es der einzige große Spielplatz im Stadtteil ist, sind wir darauf angewiesen, dass hier eine Lösung gefunden wird. Zumal der Kinderanteil in der Rummelsburger Bucht immer mehr steigt. Die Kitas und Tagesmütter können den Spielplatz bei schönem Wetter aus Sicherheitsgründen nicht mit ihren Gruppen aufsuchen, da die Kinder überhitzen würden.

Lösungsansatz 1: Bei der Rutsche und der Metallwanne wären sinnvolle Möglichkeiten, um Sonnensegel zu spannen.

Lösungsansatz 2a: Die mittlere Fläche über dem Sandspielplatz mit der Metallwanne hat ja eine Dachkonstruktion, die mit weiteren Brettern geschlossen werden könnte und eine Spielfläche dann fast komplett schattiert wäre.

Lösungsansatz 2b: Auch an den sehr langen Holzbalken bei der Rutsche könnten Holzbretter mit mindestens 1m Breite vom Palmenkopf nach unten dicht an dicht angebracht werden und würden helfen etwas Schatten zu spenden. Jede Schattenfläche hilft.

Lösungsansatz 3: Es müssen dringend weitere Bäume und Sträucher gepflanzt und vor allem gegossen werden!!!

Ein Baum direkt am Spielplatzweg zwischen Holz-Balanzierrundel, welcher dann die Fläche mit der Schatztruhe mit der Ratte schattiert.
Mindestens 3 Bäume bei der Spielfläche mit der Metallwanne auf der Seite Richtung Toilette, eingegrenzt von Sträuchern.
Mindestens 4 Bäume bei der dritten Spielfläche mit den Schaukeln als Abgrenzung zu den Tischtennisflächen, von da knallt die Sonne ungehemmt auf die Spielfläche, die keinerlei Schutz hat.
Die gepflanzten Bäume am Rand des Spielplatzes sind einfach zu wenig und teilweise mit der fehlenden Ausrichtung auf der Südseite zu vernachlässigen.
Der eventuell zu argumentierende Laubeintrag im Herbst ist zu vernachlässigen, da durch die Wassernähe der Wind das Problem löst.
Als Gartenbau-Ingenieurin kann ich bei der Bepflanzung nur den Kopf schütteln, da die Sonnenwanderung überhaupt nicht bei der Bepflanzung zum Tragen kam.

Die Spielfläche bei den Schaukeln sollte einen Zaun mit Tür zwischen den Tischtennisplatten und dem Spielplatz bekommen. Außen könnte dann alles mit hochwachsenden, trockenresistenten Sträuchern bepflanzt werden. Diese spenden dauerhaft Schatten auf der Südseite und Kinder sind dann endlich in einer geschlosseneren Fläche besser zu überblicken. Der Zaun hätte den positiven Nebeneffekt, dass die Sträucher nicht zertrampelt werden.

Denkbar wäre bei dieser Fläche auch, ebenso wie bei der Fläche mit der Metallwanne, mit Rankgitternereichen und Kletterpflanzen zu arbeiten, um hier Schatten zu kreieren (Schlingknöterich hat sich hier am Zaun der Kita Hoppetosse mehr als bewährt).

Eine Wasserpumpe für einen kleinen Wasserspielbereich wäre eine weitere sinnvolle Ergänzung, entweder bei der Metallwanne oder aus Praktikabilität bei den Rutschen, da die Zuleitung von der Toilette zu verlegen da nicht so weit weg wäre, vermute ich.

Eine Babyschaukel wäre eine weitere sinnvolle Ergänzung in der Rummelsburger Bucht, da im Viertel nicht vorhanden.

Umsetzungsbericht

Zuständigkeit: Straßen- und Grünflächenamt
 
Information des Fachamtes (03.05.2022):
Nachweislich ist die Sonneneinstrahlung und damit die UV-Belastung in den letzten Jahren angestiegen, der Wunsch nach sinnvollem Sonnenschutz ist damit verständlich und somit nicht von der Hand zu weisen.
 
Jedoch kann im Ergebnis der Prüfung dem Wunsch aus Sicht des Straßen- und Grünflächenamtes nicht entsprochen werden.
 
Begründung:
 
Der technische Sonnenschutz, also die Nachrüstung mit entsprechenden Ausstattungen, ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden, der i.d.R. zu Lasten der Spielmöglichkeiten auf dem Spielplatz geht. Zudem kann maximal eine Beschattung einzelner kleiner Teilflächen erreicht werden.
 
Für öffentliche Spielplätze kommen außerdem nur feste Anlagen in Frage, die geeignet und in der Lage sind, über das ganze Jahr Wind und Regen zu widerstehen. Ein stetiger An- und Abbau je nach Jahreszeit und Witterung ist nicht realisierbar. Allein die Ausführung eines Sonnensegels bedeutet 100% bis 300% Mehrkosten gegenüber Halbjahressegeln. Die Errichtung von derartigen Sonnensegeln setzt ggf. eine Baugenehmigung, mindestens aber eine statische Berechnung und eine Freigaben der Fundamentierung durch einen Fachbetrieb voraus.
 
Bei der Planung und der Errichtung von Sonnenschutz sind darüber hinaus spezielle Vorgaben zu beachten, die die Installation einer solchen Schutzvariante selten sinnvoll möglich machen.
 
Da wären u.a.:

  • Sicherheitstechnisch vorgegebene Abstände zu den Spielgeräten (auch in der Höhe!) müssen gegeben sein. (Sicherheitsbereiche der Spielgeräte, keine Bekletterbarkeit des Sonnenschutzes, keine Möglichkeit des Übersteigens von Spielgeräten oder sonstigen Ausstattungen auf den Sonnenschutz)
  • Zur Minderung von Vandalismus und Fehlnutzungen sollte der Sonnenschutz nicht regendicht, aber besonders robust (reißfest) und zumindest schwer entflammbar sein.
  • Eine Demontage und Einlagerung über die Wintermonate, wenigstens bei zu erwartenden höheren Schneelasten muss gewährleistet werden.

 
Eine natürliche Beschattung durch Bäume wäre eine gewünschte Alternative, die aber auch nicht zur vollen Zufriedenheit eingesetzt werden kann.

  • Bäume im Randbereich werfen ihren Schatten nicht dahin, wo er gewollt ist.
  • Bäume im Randbereich der Sandflächen verunreinigen durch das Abwerfen des Laubs und ggf. von Teilen der Blüten und Früchte den Sand, was wiederum zur Minderung der Fallschutzeigenschaften führt und einen Sandwechsel in kürzeren Abständen notwendig macht (hoher Kostenaufwand). Defekte an Wegeflächen durch Wurzelwachstum sind vorprogrammiert.
  • Bäume in Sandflächen haben zwar einen positiven Schattenwurf, sorgen aber dafür, dass im Wurzelbereich (bei Kronendurchmesser +2,00m) das Fallschutzmaterial nicht in geforderter Schichtdicke aufgebracht werden kann und damit die für die Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehende Fläche merklich gemindert wird.

 
Fazit:
 
Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch realisierbar. Ein Spielplatz in einer öffentlichen Anlage ist auch nicht vergleichbar mit „geschützten“ (überwachten) Spielplätzen in Kita’s, Schulen und privaten Einrichtungen.
 
In diesem Zusammenhang muss auch auf die Verantwortung der Eltern hingewiesen werden den persönlichen Sonnenschutz, in Form geeigneter Bekleidung (Sonnenhut, langärmlige dünne Kleidung) und anderer Schutzmaßnahmen (z.B. das Auftragen von Sonnenschutzmitteln), an die Wetterbedingungen anzupassen.
 
Anmerkung am Rande:
Durch die Genehmigung von Kinderbetreuungseinrichtungen ohne eigene Grünfläche (Garten) kommt es zum vermehrten Aufenthalt von Kindern bis 36 Monaten auf den Spielplätzen. Für diese Altersgruppe sind unsere öffentlichen Spielplätze nicht eingerichtet, und können sie auch nicht sein. Die erhöhten Sicherheitsansprüche können durch das Straßen- und Grünflächenamt nicht stets gewährleistet werden, auch die Beseitigung des gestiegenen Müllaufkommens, insbesondere durch benutztes Windelmaterial, ist nicht ständig und sofort zu realisieren.
 
Beschlussfestlegung des Begleitgremiums Bürgerhaushalt 09.06.2022:
 
Der Vorschlag wird auf die nächste Sitzung am 08.09.2022, verbunden mit dem Prüfauftrag an das Straßen- und Grünflächenamt für kurz- und mittelfristige Lösungen sowie Einbindung der Einreicherin des Vorschlages 2022-1-33 in die anstehenden Gespräche mit dem Spielplatz-Architekten sowie dem Hersteller der Spielgeräte, vertagt.

 
Kommentare

Toller Vorschlag! Bitte unbedingt umsetzen.

Mathias Fink
09.06.2022